Diversität als Wert

 Einleitung

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Eine unterschiedliche Gruppe von SchülerInnen zu haben, heißt zu erkennen, dass alle Menschen auf ihre Art einzigartig sind. Ihre Unterschiede können aus ihrem Leselevel, sportlichen Fähigkeiten, kulturellem Hintergrund, Persönlichkeit, religiösen Glauben, etc. bestehen. Es hat immer Diversität in Klassenzimmern gegeben, aber in der heutigen Gesellschaft ist es wichtig sie anzunehmen und einen positiven Nutzen daraus zu ziehen. Lehrende/Erziehende sollten Diversität wertschätzen und sie müssen diese Haltung auch vorleben. Wenn Menschen Diversität wertschätzen, erkennen und respektieren sie die Tatsache, dass Menschen verschieden sind und dass diese Unterschiede prinzipiell gut sind. Ein Beispiel, wenn man versucht ein Problem zu lösen, dann ist es besser ein Team mit vielen Fähigkeiten und vielen Problemlösungszugängen zusammenzustellen, als ein Team zu versammeln, dass seine Stärke auf einen Bereich konzentriert hat. In einer Gesellschaft, die immer diverser wird, ist es auch wichtig, dass SchülerInnen lernen Diversität wertzuschätzen und sie zu einem größeren Besseren verwenden. Lehrende haben bereits eine Anzahl von Rollen in einer Klasse; Diversität wertzuschätzen ist eine der wichtigsten, die sie ausfüllen müssen.

Gleichheit und Diversität in der Erziehung zu fördern ist sowohl für Lehrende/Erziehende als auch SchülerInnen essentiell. Das Ziel ist es, ein Lernumfeld zu schaffen, wo alle SchülerInnen gemeinsam Erfolg haben können und verstehen, dass individuelle Charakterzüge Menschen einzigartig machen und nicht „verschieden“ auf eine negative Art. Gleichheit und Diversität in der Klasse darf keine Herausforderung sein, sondern etwas mit dem die SchülerInnen von klein auf vertraut sind.

Das bedeutet:

  • Festsetzen von klaren Regeln, wie Menschen behandelt werden sollten.
  • Hinterfragen jeglicher negativer Haltungen.
  • Fairer und gleicher Umgang mit Personal und SchülerInnen.
  • Schaffen einer „All-inclusive-Kultur“ für Personal und SchülerInnen.
  • Vermeiden von Stereotypen in Beispielen und Ressourcen.
  • Verwenden von Ressourcen mit multikulturellen Themen.
  • Aktives fördern von Multikulturalität im Unterricht.
  • Unterrichtsstunden, die die Diversität in der Klasse reflektieren.
  • Sicherstellung, dass alle SchülerInnen einen gleichen Zugang zu Möglichkeiten und zur Teilnahme haben.
  • Sicherstellen, dass das Lernmaterial niemanden diskriminiert und – wo notwendig – adaptiert werden werden, z.B., großer Druck oder Audioformate.
  • Anwenden von verschiedensten Lehrmethoden.
  • Anwenden von verschiedensten Beurteilungssystemen. •Sicherstellen, dass Politik und Prozesse Niemanden diskriminieren.

Um sicherzustellen, dass wir Diversität wertschätzen und die individuelle Identität beim Lehren für richtig halten, könnten die folgenden Prinzipien hilfreich sein:

  • Wir erkennen, dass wir alle Lernenden als Individuen behandeln müssen und wir reagieren auf sie – und auf ihre soziale Identität – auf eine individuelle Art.
  • Wir verstehen, dass Menschen fair zu behandeln sind, was nicht bedeutet sie gleich zu behandeln – wir müssen Unterschiede erkennen und angemessen darauf reagieren.
  • Wir respektieren alle Lernenden unabhängig von ihren Charakteristika oder sozialen Situationen.
  • Wir versuchen unser Wissen und Verständnis der Aspekte sozialer Identität, die unterschiedlich zu unseren sein können, zu vermehren.
  • Wir vermeiden Stereotype oder Vermutungen über die Lernenden anzustellen, die auf ihrer sozialer Identität basieren.
  • Wir erkennen, dass bestimmte Lerninhalte Lernende wegen Aspekte ihrer sozialen Identität negativ oder auf eine schwierige Art beeinflussen können.
  • Wir erkennen, dass die Unterrichtsstruktur, z.B. Stundenplan, unchristliche Stunden, Wochenendarbeit und so weiter bestimmte Lernende mehr beeinflussen können als andere.
  • Wir erkennen, dass unsere eigene soziale Identität Lernende auf verschieden Arten beeinflussen kann.
  • Wir vermeiden eine unpassende und respektslose Sprache in Bezug auf soziale Identität oder soziale Situationen.

Die geschützten Merkmale sind:

  • Alter.
  • Behinderung.
  • Geschlechtsumwandlung.
  • Ehe und zivile Lebenspartnerschaft.
  • Schwangerschaft und Mutterschaft.
  • Rasse.
  • Religion oder Glaube.
  • Geschlecht.
  • Sexuelle Orientierung.

In Bezug auf das Unterrichten bedeutet das:

  • Im Kursdesign die Bedürfnisse von SchülerInnen aus diversen Gruppen berücksichtigen – eine Gleichheitsanalyse/Abschätzungsverfahren in deine Kursentwicklung einzubauen ist ein hilfreicher Weg Zugehörigkeit und Barrierefreiheit sicher zu stellen.
  • Mach den SchülerInnen die Verhaltensnormen explizit klar, dass du erwartest, dass sie sofort und angemessen mit unangemessenem Verhalten interagieren.
  • Die Möglichkeiten während des Unterrichts zu erkennen, wie SchülerInnen in diversen Gruppen gut zusammenarbeiten können.
  • Ersinne kreative und respektvolle Wege die diversen Erfahrungen der SchülerInnen als wertvolle Erfahrungen im Lernen für jeden hinzufügen zu können.

 Übung

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Titel: Gleichstellungs- und Diversitäts-Unterrichtsaktivitäten

Ziel: Das Versorgen von Lehrenden mit verschiedenen Aktivitäten und Ideen um Multikulturalismus an ihren Schulen zu fördern.

Inhalt: Hier sind ein paar Unterrichtsaktivitäten, die du verwenden und adaptieren kannst und die dir helfen Multikulturalismus an deiner Schule zu fördern, um:

  • Diversität in deine Lehrmethode einzubinden.
  • Referenz- und Anwendungsbeispiele von einer Vielfalt von Kulturen, Religionen und Traditionen zu machen.
  • Stereotypen herauszufordern.
  1. Verwende aktuelle Neuigkeiten und Ereignisse – Diskutiere in der Klasse aktuelle Situationen, in denen Menschen diskriminiert werden und schaue was deine SchülerInnen darüber denken und wie sie es verstehen.
  2. Mache eine Liste mit Dingen aus dem Ausland –  Bitte deine SchülerInnen eine Liste zu gestalten mit den Dingen, die sie im Alltagsleben verwenden, die aus dem Ausland kommen. Sind sie überrascht vom Ergebnis?
  3. Einbeziehung in Unterrichtsaktivitäten – Stelle sicher, wenn du Beispiele, Poster und jegliche Art von Ressourcen verwendest, dass sie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, mit Behinderungen, speziellen Bedürfnissen … einschließen.
  4. Ratespiele – Verwende Quizspiele um über unterschiedliche Kulturen, Religionen, Behinderungen, etc. zu lernen. Du kannst auch Schülerinnen beauftragen, die diese Spiele jede Woche vorbereiten müssen.
  5. Vorbereitete Themenwochen – Führe zum Beispiel eine „Indische Woche“, Islam Woche“, Behindertenwoche“… und bereite Material, eine Auswahl von Lebensmitteln, Bilder und Aktivitäten über das Thema vor. Du kannst auch Feiertage wie das „chinesische Neujahr“, den „Ramadan“ dazu verwenden, zu erklären, warum diese Anlässe gefeiert werden und teile mit deinen SchülerInnen was sie am besten gemocht haben.
  6. Lehre Sprachen – Bringe den SchülerInnen Wörter in verschiedenen Sprachen bei, um ihr Bewusstsein für Sprachbarrieren auf der ganzen Welt zu schärfen und diskutiere mit ihnen den Nutzen mehr als eine Sprache zu beherrschen.
  7. Analysiere gebräuchliche stereotype Ausdrücke – Nimm verschiedene gebräuchliche Ausdrücke, in denen Menschen wegen ihres Geschlechts, Abstammung, Religion, sexueller Orientierung Behinderung, etc. diskriminiert werden und frage deine SchülerInnen nach den Stereotypen dahinter und wie sich Menschen fühlen könnten, wenn sie sie hören.
    Zum Beispiel:
    “Alle in seiner Familie sind Straftäter, was kannst du anderes erwarten…”
    “Er ist single und älter, er ist sicher homosexuell.”
    “Frau am Steuer – Ungeheuer!”
    “Er/sie arbeitet wie ein/e schwarzer Mann/Frau.”
    “Lahme beklagen sich über die schlechten Bedingungen auf einem steinigen Pfad.”
    “Wie viele Brote sind da im Ofen? 21 verbrannt!! Wer hat das gemacht? Der jüdische Hund!”
  8. Hören/Sehen/Körper – Behindertenspiele – Spiele Spiele um das Bewusstsein für verschiedene körperliche Behinderungen zu schärfen. Können deine SchülerInnen einen Pullover mit einer Hand anziehen? Können sie eine/n FreundIn mit verbundenen Augen durch das Klassenzimmer führen? Können sie bei Figuren im TV von den Lippen ablesen, was die sagen? Verwende diese Aktivitäten um zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Menschen mit diesen Behinderungen konfrontiert sind und erkläre, wie sie lernen diese zu überwinden.
  9. Länderpuzzels – Mache deine eigenen Puzzels um Fakten, Flaggen, Sprachen… mit ihren Ländern zusammenzusetzen.
  10. Spiele Musik – Bringe Music aus verschiedenen Teilen der Welt und/oder Instrumente aus andern Ländern mit.
  11. Erzähle Geschichten – Verwende Geschichten, die Sichtweisen und Stereotype herausfordern, und ermutige deine SchülerInnen über Ihre Überzeugungen nachzudenken und die Welt mit anderen Augen zu betrachten.

Materials: Papier, Stifte, Flipchartpapier, Computer um Musik und Videos zu spielen, Auswahl an Lebensmitteln, Musikinstrumente (oder Bilder von Musikinstrumenten).

 Fallstudien

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Stellen wir uns vor, du bist ein/e LehrerIn von ZweitklässlerInnen. In einer Supervisionssession formuliert der Schüler Mike ein Thema: Eine seiner besten Freundinnen, Sarah, hat ihm gestanden, dass sie ziemlich sicher ist, dass sie lesbisch ist.

Mike fühlt sich nicht sehr wohl mit diesem Geständnis. Er glaubt, dass Lesben immer schlecht gelaunt sind und traurige Dinge sagen. Er fühlt, dass es nicht akzeptabel ist lesbisch zu sein, möchte aber die positive Beziehung mit seiner Kollegin aufrecht erhalten.

Mike ersucht dich Sarah zu bitten, sich nicht mehr auf ihre Sexualität zu beziehen.

Reflexionsfragen:

  • Wie würdest du Mike antworten?
  • Glaubst du, dass es notwendig ist, klare Regeln aufzustellen, wie Menschen zu behandeln sind?
  • Wie würdest du das Thema über Stereotypen und Diversität in der Klasse bearbeiten?
  • Würdest du Strategien einsetzen, um die Bedürfnisse der Schüler zu unterstützen?
  • Welche Strategien?